Nebenwirkungen und Nachsorge
Die meisten Nebenwirkungen sind leicht bis mittelschwer. Einige betreffen das Blut und die Nieren und werden deshalb regelmäßig kontrolliert.
Zuletzt geprüft am 18. Oktober 2026
Wie häufig sie sind
Die Zahlen stammen aus der Zulassungsstudie mit 529 behandelten Männern und stehen so in der Fachinformation. Sie zeigen, wie viele Patienten die Beschwerde in irgendeiner Stärke hatten. Ein Teil davon geht auch auf die Krebserkrankung und die übrige Behandlung zurück.
Prozent der behandelten Patienten, alle Schweregrade. Quelle: Fachinformation, Abschnitt 4.8.
Schwere Nebenwirkungen waren seltener. Am wichtigsten sind Veränderungen im Blut: Eine schwere Blutarmut trat bei etwa 13 von 100 Patienten auf, ein schwerer Mangel an Blutplättchen bei etwa 8 von 100. In sehr seltenen Fällen kann das Knochenmark versagen.
Die Mundtrockenheit entsteht, weil auch die Speicheldrüsen PSMA tragen. Sie ist meist leicht, kann aber anhalten. Auch die Tränendrüsen können betroffen sein, trockene Augen sind möglich.
Worauf Sie achten sollten
Melden Sie sich bei Ihrer Klinik oder Ihrem Arzt, wenn Sie Folgendes bemerken:
- Fieber, Schüttelfrost oder häufige Infekte
- ungewöhnliche blaue Flecken, Nasen- oder Zahnfleischbluten
- starke Müdigkeit, Atemnot oder Herzklopfen bei kleiner Belastung
- deutlich weniger Urin oder Schwellungen an den Beinen
- anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, sodass Sie wenig trinken können
Im Notfall rufen Sie die 112.
Nachsorge
Während der Behandlung und danach sind regelmäßige Kontrollen nötig:
- Blutbild und Nierenwerte etwa zwei bis drei Wochen nach jeder Gabe, wenn die Werte typischerweise am tiefsten sind, und vier bis sechs Wochen nach der letzten Gabe.
- PSA-Wert bei jedem Zyklus. Nach der ersten Gabe kann er kurz ansteigen, bevor er fällt. Aussagekräftig ist er meist erst nach dem zweiten Zyklus.
- Bildgebung etwa alle drei Monate, häufig mit einem erneuten PSMA-PET.
Wer die Kontrollen zwischen den Zyklen übernimmt, Klinik, Urologe oder Hausarzt, klären Sie am besten schon beim Vorgespräch.
Quellen
- EMA: Produktinformation Lutetium (177Lu) vipivotidtetraxetan, Fachinformation und Packungsbeilage (EPAR, Stand 20.07.2026)
- Sartor O. et al.: Lutetium-177-PSMA-617 for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer (VISION). N Engl J Med 2021
- Kratochwil C. et al.: EANM/SNMMI procedure guideline for 177Lu-PSMA radioligand therapy. Eur J Nucl Med Mol Imaging 2023
Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob eine Radioligandentherapie für Sie infrage kommt, klären Ihre behandelnden Ärzte mit Ihnen.